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In kaum einer Branche ist der Fachkräftemangel bereits heute so ausgeprägt wie in der Pflege. Auf dem Arbeitsmarkt sind geeignete Bewerber/-innen meistens rar. Auf der Suche nach Lösungen kommt einem Baustein eine besondere Aufmerksamkeit zu: Der betrieblichen Ausbildung.

Das Thema betriebliche Ausbildung nimmt auch in den Ordenswerken des Deutschen Ordens einen sehr großen Stellenwert ein. In unseren Wohn- und Pflegeeinrichtungen werden derzeit 90 junge Frauen und Männer mit großem Engagement und Interesse zum Examen zum/zur staatlich anerkannten Pflegefachkraft begleitet und unterstützt.

Das St. Josefshaus in Rheine konnte zum Herbst-Ausbildungsstart vier neue Auszubildende begrüßen: Jennifer A. (JA), Monika F. (MF), Jasmin W. (JW) und Ahmedbaeli Ali A. (AA); gemeinsam mit Lena D. (LD), Rene K. (RK), Michelle L. (ML) und Sabrina P. (SP), die sich bereits im zweiten bzw. dritten Lehrjahr befinden, starten sie in einen neuen Lebensabschnitt. Wir haben uns die Zeit genommen, um uns mit den acht Auszubildenden ein bisschen über ihren Berufswunsch auszutauschen…

Weshalb haben Sie sich für den Beruf der/des Altenpflegers/-in entschieden?

LD: Ich bin früher oder später auch auf Hilfe angewiesen und möchte gut behandelt werden Zudem habe ich gerne mit Menschen zu tun und arbeite gerne mit Menschen zusammen.

RK: Weil es sich einfach richtig angefühlt hat. In meiner bisherigen beruflichen Laufbahn hat es mich nie lange irgendwo gehalten. Ich probierte viel aus, und verlor schnell jegliches Interesse an dem, was ich tat. Durch ein Umorientierungspraktikum fasste ich letztendlich Fuß in der Altenpflege und entdeckte eine neue Welt für mich. Meine Entscheidung bereue ich nicht.

AA: Ich habe in Deutschland ein Jahr bei der Firma Kochlöffel gearbeitet. Vorher habe ich im Irak zuletzt in einem Restaurant gekocht; zuvor war ich sieben Jahre Taxifahrer.

MF: Ich habe Sport studiert in Danzig. Und dann bin ich nach Deutschland gezogen und habe die deutsche Sprache gelernt.

ML: Ich machte meinen Schulabschluss mit der Fachoberschulreife, danach fand ich erst keine Ausbildungsstelle. Dann (augenzwinkernd) machte ich ein freiwilliges mehrmonatiges Praktikum in dem Seniorenheim, in dem ich jetzt auch meine Ausbildung mache.

Schön – und wie läuft es gerade in der Ausbildung? Ist es so, wie Sie es sich vorgestellt hatten?

LD: In der Ausbildung läuft es super. Mit Kind ab und zu nicht einfach und es wird manchmal zu viel. Was ich mir wünsche würde: Dass in den Praxisblöcken mehr Acht darauf gegeben wird, Zeit zu bekommen, um sich manche Tätigkeiten genau anschauen zu können. Dass man es gezeigt bekommt.

ML: Ich hatte mir den theoretischen Teil einfacher vorgestellt, aber es ist in Ordnung. Was mir lieber ist, ist der praktische Teil. Da läuft alles so, wie ich es mir gewünscht habe.

SP: Die Noten in der Schule sind sehr gut. Aber man muss auch viel dafür tun.

Und wie sieht’s in der praktischen Ausbildung aus?

AA: Die beginnt im November. Am ersten Schultag habe ich mich über den Empfang und das Geschenk im St. Josefshaus gefreut.

MF: Mir gefällt die praktische Ausbildung sehr gut, da ich die theoretischen Inhalte praktisch anwenden kann und das steigert die Motivation für das, was noch kommt.

SP: Ich fühle mich in meinem Betrieb sehr wohl. Mein Team ermöglicht mir eine gute Ausbildung Es sind alle stets bemüht, mir so viel wie möglich beizubringen. Auch die Bewohner/-innen aus dem Haus sind sehr dankbar für meine Hilfe und zeigen mir jeden Tag auf‘s Neue, warum die Altenpflege ein schöner Beruf ist.

Ist da nicht auch ganz schön schwierig, sich ständig mit alten und kranken Menschen auseinanderzusetzen?

RK: Natürlich ist es nicht einfach, sich mit dem Leid oder Tod der Menschen auseinanderzusetzen. Das gehört nun mal zum dem Beruf dazu. Man bekommt jedoch viel von den Bewohnern/-innen zurück, sodass dieser Teil der Arbeit wieder ausgeglichen wird. Nirgendwo sonst erlebt man die Dankbarkeit und den Sinn des eigenen Handelns direkter.

SP: Schwierig kann es immer mal werden. Aber dafür hat mach auch Momente, wo viel gelacht wird. Das macht nun mal den Pflegeberuf aus. Zumal schwierige Situationen dafür da sind, um dadurch zu lernen und sich weiter zu entwickeln.

Was sagen Ihre Freunde zu Ihrer Entscheidung für die Altenpflege?

AA: Einige sagen nichts. Andere sage, dass es eine schwierige Arbeit ist und nicht schön. Andere sagen, dass es eine gute Arbeit ist und freuen sich, dass ich diesen Beruf gewählt habe.

RK: Viele sehen nur die negativen Seiten der Pflege, die in den Medien immer mal wieder verbreitet werden, wie z.B. diverse Missstände in den Altenheimen, die geringe Entlohnung oder die mangelnde Freizeit. Das lässt den Beruf unattraktiv wirken. Trotzdem sprechen einige mir gegenüber Respekt aus und wundern sich über die Vielfältigkeit des Berufes, auch hinsichtlich einzelner Tätigkeiten und dem dazugehörenden Wissen.

JW: Meinen Freunden wäre die Aufgabe zu schwierig, körperlich und geistig. Aber ich bleibe bei meiner Entscheidung.

Wie geht es nach Ihrer Ausbildung weiter?

AA: Gerne möchte ich nach meiner Ausbildung in diesem Beruf weiterarbeiten.

JA: Eventuell eine Weiterbildung zur Wundmanagerin?!

LD: Nach meiner Ausbildung möchte ich meine Familie vervollständigen, meinen Wundmanager machen und eine feste Arbeitsstelle als examinierte Altenpflegerin angehen.

MF: Nach der Ausbildung werde ich mich vielleicht auf bestimmte Bereiche spezialisieren.

ML: Das sehe ich dann, wenn es soweit ist. Ich möchte aber später in diesem Beruf berufstätig werden.

RK: Die Welt steht mir offen. Die verschiedensten Weiterbildungsmöglichkeiten werden mich bei Laune halten und mir stets die richtige Motivation geben, die ich brauche. Außerdem könnte ich mir gut vorstellen, eines Tages als Praxisanleiter mein Fachwissen al all diejenigen weiter zu geben, die sich für den Beruf interessieren.

SP: Ich werde nach meiner Ausbildung vom St. Josefshaus in eine volle Stelle übernommen. Ich freue mich sehr darauf. Der Vertrag wurde bereits unterschrieben. Die neue Herausforderung kann kommen.

JW: Hoffentlich geht es für mich in der Altenpflege weiter.

Am Ende angekommen, bleibt uns nur, Ihnen weiterhin viel Spaß bei der Ausbildung und – für die einen etwas früher, für die anderen etwas später – viel Erfolg beim Examen zu wünschen!